Gefahrstoffe · E STB · Fassung Januar 2022

Staubbelastung — Vorsorge (E STB)

Auf einen Blick: Pflicht- und Angebotsvorsorge bei allgemeiner Staubbelastung. AGW: A-Staub 1,25 mg/m³ (alveolengängig), E-Staub 10 mg/m³ (einatembar). BK 4111 (COPD), BK 4302 (chemisch-irritative obstruktive Atemwegserkrankungen).
Dr. Johannes Angerer · Betriebsarzt & COO IAAI · Aktualisiert 30. April 2026 · 11 Min Lesezeit

„Bei staubintensiven Tätigkeiten ist die Reduktion der Staubexposition vorrangig. Persönlicher Atemschutz ist letzte Stufe.“

— DGUV Empfehlung E STB, Fassung Januar 2022

1. Worum geht es?

Allgemeine Staub-Vorsorge greift bei Tätigkeiten mit nicht-spezifischer (granulär-biopersistent ohne Quarz/Asbest) Staubexposition. AGW: A-Staub (alveolen-gängig) 1,25 mg/m³, E-Staub (einatembar) 10 mg/m³. Pflichtvorsorge bei AGW-Überschreitung; Angebotsvorsorge bei niedrigerer Exposition. BK 4111 (COPD durch Quarzstaub im Bergbau), BK 4302 (obstruktive Atemwegserkrankungen).

2. Branchen

  1. Bauwirtschaft — Schleifen, Sägen, Abbruch.
  2. Recycling / Logistik — Schüttgüter, Lager.
  3. Mühlen / Lebensmittel-Verarbeitung — Mehlstaub-Risiko (auch sensibilisierend).

3. Untersuchungsumfang

UntersuchungZweck
Spirometrie (FEV1, FVC)Atemwegs-Funktion
Bei Verdacht: Röntgen-ThoraxPneumokoniose-Diagnostik
Inspektion Haut/AugenReizungen, Sensibilisierung

Fristen

Erstvorsorge vor Aufnahme; Folge alle 12–36 Monate; Anlass-Vorsorge bei Atemwegsbeschwerden.

4. IAAI in der Praxis

  • Spirometrie in eigener Praxis.
  • Beratung zu Absaugung und Atemschutz (P2/P3, FFP3).
  • BK-Begleitung bei Verdacht auf BK 4111 / 4302.

5. Häufige Fragen (FAQ)

Was ist A- und E-Staub?

A-Staub = alveolen-gängige Fraktion (Partikel, die bis in die Lungenbläschen vordringen). E-Staub = einatembare Fraktion (gesamter eingeatmeter Staub).

Welche AGW gelten?

A-Staub 1,25 mg/m³ (8h-Mittel), E-Staub 10 mg/m³ (8h-Mittel) nach TRGS 900.

Was ist mit Quarzstaub?

Quarz hat strengere Regeln (siehe Silikogener Staub / E SIS). Niedrigere AGW, längere nachgehende Vorsorge.

Wie oft Vorsorge?

Vor Aufnahme; Folge alle 12–36 Monate; Anlass bei Beschwerden.

Wer trägt die Kosten?

Der Arbeitgeber gemäß § 3 Abs. 3 ArbSchG.

6. Quellen

  • DGUV Empfehlung E STB, Fassung Januar 2022
  • TRGS 900 (AGW); ArbMedVV; GefStoffV
  • BKV Anlage 1, BK 4111 / 4302
  • AMR 2.1, AMR 6.3

Stand: 30. April 2026 — Dr. Johannes Angerer, Betriebsarzt & COO IAAI Arbeitssicherheit GmbH.

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