Glossar Arbeitsmedizin

Alle wichtigen Begriffe der Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit – verständlich erklärt. Von der ASA-Sitzung über das BEM-Verfahren bis zur arbeitsmedizinischen Vorsorge.

Autor: IAAI Redaktion · Aktualisiert: Mai 2026 · Rechtsstand: Mai 2026

Glossar A–Z

40 Fachbegriffe aus Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit und Brandschutz – mit Rechtsgrundlagen und Kurzdefinitionen. Begriffe mit ausführlichem Fachartikel sind besonders gekennzeichnet.

A
A
Arbeitsmedizinische Regel (AMR)
AMR konkretisieren die ArbMedVV und werden vom Ausschuss für Arbeitsmedizin erarbeitet. Sie entfalten Vermutungswirkung: Wer die AMR einhält, erfüllt die ArbMedVV.
ArbMedVV
A
Arbeitsmedizinische Vorsorge
Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorge nach ArbMedVV. Ziel ist die Früherkennung arbeitsbedingter Erkrankungen und die individuelle Beratung der Beschäftigten.
ArbMedVV §§ 2–7
A
Arbeitsschutzausschuss (ASA)
Gesetzlich vorgeschriebenes Gremium nach § 11 ASiG in Betrieben ab 20 Beschäftigten. Tagt vierteljährlich mit Arbeitgeber, Betriebsarzt, Sifa, BR und Sicherheitsbeauftragtem.
ASiG § 11
A
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
Regelt Anforderungen an das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten: Raumtemperatur, Beleuchtung, Lüftung, Sanitärräume, Bildschirmarbeit.
ArbStättV §§ 1–9
A
Arbeitsunfall
Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit. Umfasst auch Wegeunfälle. Meldepflicht bei mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit.
SGB VII § 8
B
B
BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement)
Arbeitgeber müssen bei mehr als 6 Wochen AU innerhalb von 12 Monaten ein BEM anbieten. Ziel: Rückkehr erleichtern, erneuter AU vorbeugen.
SGB IX § 167
B
Berufskrankheit (BK)
Krankheit, die durch besondere berufliche Einwirkungen verursacht wird und in der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) gelistet ist.
SGB VII § 9
B
Betriebsanweisung
Schriftliche Anweisung des Arbeitgebers zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen, Maschinen oder biologischen Arbeitsstoffen.
GefStoffV § 14, BetrSichV § 12
B
Betriebsarzt
Facharzt für Arbeitsmedizin, der den Arbeitgeber in allen Fragen des Gesundheitsschutzes berät und arbeitsmedizinische Vorsorge durchführt.
ASiG §§ 1–4
B
Biologisches Monitoring
Messung von Gefahrstoffen oder deren Metaboliten in Körperflüssigkeiten zur Beurteilung der inneren Exposition.
ArbMedVV § 6 Abs. 2
B
Brandklassen (A, B, C, D, F)
Einteilung von Bränden nach brennbarem Material: A (feste Stoffe), B (flüssige), C (gasförmige), D (Metalle), F (Speiseöle).
DIN EN 2, ASR A2.2
B
Brandmeldeanlage (BMA)
Technische Anlage zur automatischen Erkennung und Meldung von Bränden. Pflicht abhängig von Nutzung und Landesbauordnung.
DIN 14675, LBO
B
Brandschutzbeauftragter
Vom Arbeitgeber bestellte Person mit spezieller Ausbildung, die den betrieblichen Brandschutz koordiniert und überwacht.
DGUV I 205-003
B
Brandschutzhelfer
Mindestens 5 % der Beschäftigten müssen als Brandschutzhelfer ausgebildet sein. Aufgaben: Bekämpfung von Entstehungsbränden, Evakuierung.
ArbSchG § 10, ASR A2.2
B
Brandschutzkonzept
Ganzheitliches Konzept mit baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen zum vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz.
MBO § 14, ArbStättV
B
Brandschutzordnung
Dreiteilige Regelung (A/B/C) mit Verhaltensregeln für alle Personen im Gebäude, Beschäftigte und Personen mit besonderen Aufgaben.
DIN 14096, ArbStättV
D
D
DGUV Grundsätze (G-Untersuchungen)
Empfehlungen der DGUV für arbeitsmedizinische Untersuchungen bei bestimmten Gefährdungen (z. B. G25 Fahr-/Steuertätigkeiten, G37 Bildschirmarbeit).
DGUV Empfehlung
D
DGUV Vorschrift 1
Grundsätze der Prävention: Grundpflichten des Unternehmers, Rechte und Pflichten der Versicherten, Sicherheitsbeauftragte, Erste Hilfe.
DGUV V1 §§ 1–34
D
DGUV Vorschrift 2
Regelt Art und Umfang der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung. Unterscheidet Grund- und betriebsspezifische Betreuung.
DGUV V2 §§ 1–12
E
E
Eignungsuntersuchung
Untersuchung zur Feststellung der gesundheitlichen Eignung für bestimmte Tätigkeiten. Rechtlich umstritten, nur bei klarer Rechtsgrundlage zulässig.
§ 7 ArbSchG, § 618 BGB
E
Ergonomie
Gestaltung von Arbeitsplätzen, -mitteln und -abläufen nach menschengerechten Kriterien. Ziel: Belastungen minimieren, Leistungsfähigkeit erhalten.
ArbSchG, ArbStättV
E
Evakuierungsübung
Regelmäßige Übung zur Räumung von Gebäuden im Notfall. Mindestens jährlich empfohlen, Dokumentationspflicht.
ArbSchG § 10, ASR A2.3
E
Explosionsschutz
Maßnahmen zur Vermeidung explosionsfähiger Atmosphären und zur Begrenzung von Explosionsauswirkungen. Pflicht: Explosionsschutzdokument.
GefStoffV, BetrSichV
F
F
Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa)
Vom Arbeitgeber bestellte Fachkraft, die bei Arbeitsschutz und Unfallverhütung berät. Qualifikation nach ASiG §§ 5–7.
ASiG §§ 5–7
F
Feuerlöscher
Tragbare Löschgeräte zur Bekämpfung von Entstehungsbränden. Art und Anzahl richten sich nach Brandgefährdung und Grundfläche.
ASR A2.2
F
Flucht- und Rettungswege
Baulich und organisatorisch gesicherte Wege zur Evakuierung. Müssen ausreichend breit, beleuchtet und gekennzeichnet sein.
ASR A2.3
G
Gefahrstoffe

Gefahrstoffe

Stoffe oder Gemische mit gefährlichen Eigenschaften, deren Umgang im Betrieb besondere Schutzmaßnahmen erfordert.

GefStoffV §§ 6–14

Gefährdungsbeurteilung

Gefährdungsbeurteilung

Systematische Ermittlung und Bewertung aller relevanten Gefährdungen am Arbeitsplatz als Grundlage für Schutzmaßnahmen.

ArbSchG §§ 5, 6

H
Hitzearbeit

Hitzearbeit

Tätigkeiten unter erhöhter Wärmebelastung, die besondere arbeitsmedizinische Vorsorge und Schutzmaßnahmen erfordern.

ASR A3.5

I
Impfungen

Impfungen im Betrieb

Betriebsärztliche Schutzimpfungen als Teil der arbeitsmedizinischen Vorsorge bei tätigkeitsbedingten Infektionsrisiken.

ArbMedVV § 6

J
Jugendarbeitsschutz

Jugendarbeitsschutz

Besondere Schutzvorschriften für die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

JArbSchG

M
Mutterschutz

Mutterschutz

Gesetzliche Schutzbestimmungen für schwangere und stillende Arbeitnehmerinnen am Arbeitsplatz.

MuSchG

N
Nachtarbeit

Nachtarbeit

Arbeit zwischen 23 und 6 Uhr mit besonderen Schutzvorschriften und Anspruch auf arbeitsmedizinische Vorsorge.

ArbZG § 6

P
PSA

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Ausrüstung zum Schutz gegen Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen bei der Arbeit.

PSA-BV §§ 1–3

Psychische Belastung

Psychische Belastung

Erfassung und Beurteilung psychischer Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz als Teil der Gefährdungsbeurteilung.

ArbSchG § 5 Abs. 3 Nr. 6

R
RWA

Rauch- und Wärmeabzug (RWA)

Technische Anlagen zur Ableitung von Rauch und Wärme im Brandfall zum Schutz von Personen und Gebäude.

DIN 18232

S
Sicherheitsbeauftragter

Sicherheitsbeauftragter

Ehrenamtlich bestellte Person, die den Arbeitgeber bei der Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten unterstützt.

SGB VII § 22

Suchtprävention

Suchtprävention

Betriebliche Maßnahmen zur Vorbeugung und zum Umgang mit Suchterkrankungen am Arbeitsplatz.

ArbSchG, DGUV V1

T
Technische Regeln

Technische Regeln (ASR/TRBS/TRGS)

Konkretisierungen der Arbeitsschutzverordnungen mit Vermutungswirkung für die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen.

ArbSchG § 18

U
Unterweisung

Unterweisung

Regelmäßige Belehrung der Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit.

ArbSchG § 12

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