
1. Die wissenschaftliche Basis
BBS geht zurück auf E. Scott Geller (1980er Jahre). Kern: Verhalten wird durch seine Konsequenzen gesteuert. Positive Verstaerkung ist langfristig überlegen.
Konsequent eingeführte BBS-Programme reduzieren die Unfallzahlen um 50–80 Prozent innerhalb von 2–5 Jahren (Krause 1997, Geller 2001, Sulzer-Azaroff & Austin 2000).
2. Das DO IT-Modell
| Schritt | Inhalt |
|---|---|
| D – Define | Konkretes, messbares, beobachtbares Verhalten definieren |
| O – Observe | Strukturierte Beobachtung mit Checkliste, anonym |
| I – Intervene | Sofortiges Feedback auf Augenhöhe, Ursachen verstehen |
| T – Test | Wirksamkeit an Kennzahlen messen (Safe Behavior Index) |
Das DO IT-Modell ist ein Kreislauf: Nach dem Test geht es zurück zur Definition.
3. Warum klassische Unterweisungen allein nicht reichen
Der Einfluss einer Unterweisung auf das tatsächliche Verhalten ist nach etwa sechs Wochen weitgehend verpufft. Gründe:
- Unterweisungen sind einmalig – Verhalten ist kontinuierlich.
- Unterweisungen bestrafen statt belohnen – BBS dreht die Perspektive.
- Unterweisungen sind vertikal – BBS ist horizontal (Kollegen auf Augenhöhe).
Pflichtunterweisungen bleiben, BBS ergänzt sie um die verhaltensnahe Dimension.
4. Fünf Kernprinzipien
- Beobachten, nicht überwachen. Beobachtung erzeugt Selbstreflexion.
- Feedback ist zeitnah, konkret, wertschätzend.
- Sicheres Verhalten wird sichtbar gemacht. Statistiken über Safe Behaviors an die Wand.
- Unsicheres Verhalten hat strukturelle Ursachen. System statt Individuum.
- Führung ist Vorbild. Ohne Vorbild scheitert BBS.

