
1. Aktuelle Zahlen 2024
- Gemeldete Berufskrankheiten: rund 160.000 Verdachtsanzeigen
- Anerkannte Berufskrankheiten: 26.821 Fälle
- BK-bedingte Todesfälle: 1.888 (-11,8 % vs. 2023), davon rund zwei Drittel krebsassoziiert
- Asbestanteil: ca. 65 % aller BK-Todesfälle weiterhin asbestbedingt
Der Rückgang der Anerkennungen 2024 ist überwiegend technisch bedingt: Nach Auslaufen der COVID-19-Sonderkonjunktur bei BK 3101 normalisiert sich die Statistik. Krebsbedingte BK-Fälle zeigen dagegen eine stabile bis leicht sinkende Tendenz – mit Ausreißern im Asbest- und Quarzstaubbereich, wo Expositionen oft vor 20–40 Jahren stattgefunden haben.
2. Die 6. BKV-Novelle (April 2025)
Anfang April 2025 trat die Sechste Verordnung zur Änderung der BKV in Kraft. Sie erweitert die Liste um drei neue Einträge:
| BK-Nr. | Erkrankung | Branchen |
|---|---|---|
| BK 2116 | Rotatorenmanschettenläsion | Fliesenleger, Maler, Schweißer, Monteure |
| BK 2117 | Gonarthrose bei Profifußballern | Leistungssport |
| BK 4116 | COPD durch Quarzstaub | Bau, Steinmetz, Gießereien, Tunnel |
3. Die wichtigsten arbeitsbedingten Krebserkrankungen
Asbestassoziierte Erkrankungen (BK 4103–4105, 4114, 4115). Mesotheliom, Bronchial-, Larynx-, Ovarial- und Pharynxkarzinom. Latenzzeit 20–40 Jahre. Peak-Inzidenz für Mesotheliome 2025–2030 erwartet.
Benzol und Derivate (BK 1303). AML nach langjähriger Benzolexposition.
PAK (BK 4113). Lungenkrebs durch PAK-Exposition (Koksofen, Dachdecker, Aluminium).
Nickel und Chrom-VI (BK 4108, 4109). Lungen- und Nasennebenhöhlenkarzinome durch Edelstahlschweißen, Galvanik.
UV-Strahlung – Hautkrebs (BK 5103). Plattenepithelkarzinom durch langjährige UV-Exposition. 2024 mit ca. 7.800 Anerkennungen die zahlenmäßig häufigste BK.

